Letzte Tage von Germanwings: Schwester Eurowings übernimmt

FRANKFURT/KÖLN – Mit seinem Low-Cost-Carrier Eurowings will der Lufthansa-Konzern weiter seine Kosten senken. Hierzu wird die Marke Germanwings aufgegeben und in Eurowings eingegliedert. Mit dem Absturz der Germanwings-Maschine diesen Jahres hat der Wechsel allerdings nichts zu tun.

Die Ära Germanwings ist vorüber. Zwar wird der Schriftzug der Marke wohl noch einige Wochen, womöglich sogar noch mehrere Jahre, auf den Flugzeugen verbleiben. Die Geschäfte der Airline gehen aber zu Beginn des Winterflugplans am kommenden Sonntag, den 25. Oktober auf das Tochterunternehmen Eurowings über. Das bisher in Düsseldorf und bald in Köln beheimatete Unternehmen führte bisher Zubringer- und Regionalflüge für Germanwings durch. Es wird mit der Übernahme der Geschäfte der neue Vertragspartner von Germanwings-Kunden. Ziel des ganzen ist es, weiterhin im Konkurrenzkampf mit Low-Cost-Carriern wie Ryanair und Easyjet bestehen zu können.

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In die Schlagzeilen geriet Germanwings als im März diesen Jahres der Co-Pilot des Flugs 4U9525 einen gezielten Absturz einleitete, bei dem alle Fluginsassen ums Leben kamen.

Der Markenwechsel wurde allerdings bereits vor diesem 24. März aus rein unternehmensstrategischen Gründen beschlossen und steht somit in keinem Zusammenhang mit der Tragödie.

Einsparpotential und Angebotserweiterung

Lufthansa gründete Germanwings 2002 als Billigflieger und baute die Airline seit 2012 schrittweise zur drittgrößten Fluggesellschaft Deutschlands aus.

Kerngeschäft der Marke war der Betrieb innereuropäischer Flüge von mittelgroßen Flughäfen wie Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Hamburg. Im Vergleich zur Konzernmutter Lufthansa stach Germanwings durch ein flexibles Tarifsystem heraus und konnte so in diesem Jahr zum ersten mal seit langem tatsächliche Gewinne erwirtschaften.

Änderungen für Germanwings Piloten

Die nach Konzern-Tarif bezahlten Germanwings-Piloten sollen nun Schritt für Schritt auf vakante Stellen bei der Muttergesellschaft Lufthansa versetzt werden. An ihre Stelle tritt Eurowings, deren Flugzeuge von günstigeren Piloten des deutsch-türkischen Gemeinschaftsunternehmens SunExpress gesteuert werden. Daraus ergibt sich ein enormes Sparpotential, das zudem für Angebotserweiterungen genutzt werden soll. So starten ab 2. November Fernflüge von Köln in die Karibik.

Langfristig sollen auch Piloten und Flugzeuge der in Wien beheimateten Tochter Eurowings Europe hinzukommen, die noch einmal geringere Gehälter zahlt. Die Vereinigung Cockpit hatte bisher versucht zu verhindern, dass Piloten außerhalb des Konzern-Tarifs Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns steuern. Die Streiks der Gewerkschaft wurden allerdings durch das Landesarbeitsgericht Hessen zuletzt gestoppt.

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