Die Geschichte der Casting Shows Österreichs

Es ist ein leidiges Thema, ob Casting Shows den langfristigen Erfolg bringen oder es am Ende doch nur Musik aus der Konserve ist. In vielen Ländern genießen die Sieger von Musik Casting Shows zwar kurzzeitigen Ruhm, jedoch dauert dieser meist nur wenige Jahre oder gar nur Monate an.

Danach kommt oft nicht mehr viel, da die darauf folgenden Sieger der Casting Shows schon wieder in den Mittelpunkt gerückt sind. So schwer es zum Beispiel für Sänger und Bands aus Casting Shows in Deutschland ist, sich langfristig durch zu setzen, so einfach scheint dies für die Österreichischen Teilnehmer zu sein. In Österreich nämlich haben sich in den letzten Jahren bereits viele Teilnehmer wirklich auch nach den Casting Shows in der Musikbranche behaupten können – allen voran eine Frau mit Bart.

Zahlreiche Musik Casting Shows in Österreich

Credit: Markus Morianz

Concita Wurst: Eine der erfolgreichsten Casting-Show TeilnehmerInnen (Credit: Markus Morianz)

Talentshows gibt es nicht erst seit einigen Jahren, doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie erst durch den Charakter eines Wettbewerbes in diesem Jahrtausend eine so große Zuschauerzahl generieren konnten. „Die große Chance“ beispielsweise war eine Talentshow des Österreichischen Rundfunk, die bereits zwischen 1980 und 1990 im Abendprogramm ausgestrahlt wurde.

Doch erst seit 2011 läuft diese Talentshow mit Wettbewerbscharakter und wurde neu vermarktet. Das Spin-Off „Die große Chance der Chöre“ wurde 2015 erstmals ausgestrahlt mit einer durchaus bekannten Jury um Oliver Pocher und Larissa Marolt. Das „Herz von Österreich“ begann 2013, konnte sich aber nicht auf dem Markt der Casting Shows durchsetzen.

Wie alles begann

Genau den Zahl der Zeit getroffen hat aber schon 2002 die Casting Show „Starmania„. Arabelle Kiesbauer moderierte bis 2009 die Sendung. Schon in der ersten Staffel konnte sich Christina Stürmer (http://www.christinastuermer.at/), welche „nur“ Zweite wurde durchsetzten und ist bis heute am Musikmarkt erfolgreich.

Video aus der Privatsammlung der Jurymitglieds Alexander Diepold (http://www.diepoldvoicestudios.at/)

Später wurde Starmania dann von dem Format „Helden von morgen“ abgelöst wurde. Von „Popstars“ gab es in Österreich nur eine Staffel, die 2011 produziert und ausgestrahlt wurde. Die daraus entstandene Band „Kilmokit“ konnte sich nicht durchsetzen, doch bei anderen Casting Shows gab es in Österreich vielsversprechende Teilnehmer, die sich auch danach behaupten konnten.

Wer sich alles durchsetzen konnte

Starmania war sicherlich die erfolgreichste Musik Casting Show, die es bisher in Österreich gegeben hat. Bei der abschließenden Finalsendung der 1. Staffel kamen insgesamt unglaubliche 6 Millionen Televotes zustande. 2002 siegte am Ende Michael Tschuggnall vor Christina Stürmer, deren Karriere jedoch seitdem steil bergauf geht und das nicht nur in Österreich. Christina Stürmer konnte mehrere Topplatzierungen in den Charts erreichen. Auch die gemeinsamen Veröffentlichungen der Starmania-Finalisten aus der 1. Staffel waren mit Top-10-Singles und -Alben äußerst erfolgreich. Auch die darauffolgenden Staffeln erreichten nicht nur einen hohen Marktanteil und großes Zuschauerinteresse, sondern sie brachten auch weitere Stars auf den Markt, die in den darauffolgenden Jahren noch auf sich Aufmerksam machen sollten. Dazu gehört auch Nadine Beiler, die Siegerin der 3. Staffel. Sie gewann im Jahr 2007 vor Thomas Neuwirth, der nur wenige Jahre später als Conchita Wurst den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen gewinnen konnte. 2011 nahm Conchita Wurst auch bei „Die große Chance“ teil und gewann den Wettbewerb. In Österreich konnten also schon einige Teilnehmer von Casting Shows beweisen, dass sie keine Eintagesfliege waren, sondern langfristig mit den ganz großen Stars in den Charts mitsingen können.

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